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  • Steffen

Besuch bei Ternera Gallega in Galicien

Die Anreise


Es ist ein schöner Montagmittag im Januar 2023. Hendrik (Sales Manager) und ich (Steffen/Marketing) sitzen entspannt im Flugzeug auf dem Weg nach Madrid, von wo aus es dann gleich weitergeht nach Santiago de Compostela, dem Sehnsuchtsort zahlloser Pilgerscharen und gleichzeitig der Hauptstadt Galiciens, Heimat der g.g.A. Ternera Gallega, dem Grund unserer Reise.


Bereits seit langem verkaufen wir das „galicische Kalbfleisch“ (so die Übersetzung von Ternera Gallega) bei OTTO GOURMET mit großer Begeisterung. Es stammt ausschließlich von Kälbern, die in Galicen geboren, aufgezogen, geschlachtet und verarbeitet wurden. Die traditionelle Haltung der galicischen Bauern erzeugt ein Kalbfleisch, wie es nirgendwo sonst zu finden ist. Genau von dieser traditionellen Lebensweise der galicischen Bauern dürfen wir uns jetzt auf Einladung der IGP Ternera Gallega hin selbst ein Bild machen.



Regen ist gut für die Landwirtschaft


Gegen ca. 17.00 Uhr kommen wir in strömendem Regen auf dem Flughafen von Santiago de Compostela an. Galicien liegt im Nordwesten Spaniens, direkt am Atlantik. „Trockenheit wird hier nie ein Problem sein“ erklärt uns Hans Ulrich Schneider. Uli – das „Du“ haben wir gleich nach der Ankunft angeboten bekommen – muss es wissen. Er ist Leiter des Deutschlandbüros der IGP Ternera Gallega, spricht fließend Spanisch (und viele weitere Sprachen, wie wir auf unserer Reise noch erfahren werden) und kennt Galicien und seine Landwirtschaft wie seine Westentasche. Gemeinsam mit dem Marketing Direktor von Ternera Gallega, Luis Vázquez, gibt uns Uli auf der Fahrt vom Flughafen in die Stadt eine erste Einführung in Kultur, Land und Leute.





In Santiago treffen wir auf weitere Teilnehmer unserer Bildungsreise aus Luxemburg und aus Niedersachsen und machen uns dann gemeinsam auf den Weg zu einer ausgedehnten Stadtführung durch die Altstadt, natürlich mit dem Besuch der Kathedrale als Höhepunkt – so viel Zeit muss sein. Danach geht es zur Showküche von Ternera Gallega. Luis hat uns mit seinem Team hier bereits einen herzlichen Empfang bereitet. Spezialitäten der Region erwarten uns, dazu leckere Weine und Biere und viele gute Gespräche. Im Mittelpunkt steht aber natürlich die Verkostung vieler verschiedener Cuts von Ternera Gallega, alle kurzgebraten, damit die hohe Qualität des Fleisches auch wirken kann. Unterschale, Bavette, Flank – alles fantastisch. Mein persönlicher Favorit ist das Kniekehlenfleisch, entspricht das doch genau unserer Philosophie von der Verwertung des ganzen Tieres und wer hat das schon im Angebot? Wir haben es!





Es war definitiv ein sehr schöner Tag und ein gelungener Abend, der Lust gemacht hat mehr über diese Region und das außergewöhnliche Fleisch, das hier gezüchtet wird, zu erfahren. Unsere Gruppe ist auf jeden Fall schon sehr gespannt auf Galicien und auf den nächsten Tag.



Züchterbesuche und der Schlachthof von Novafrigsa


Am Dienstag steht der Besuch verschiedener Bauernhöfe der g.g.A Ternera Gallega sowie des Schlachthauses von Navafrigsa auf dem Programm. Die traditionelle Viehzucht in der Region und die kleinbäuerliche Lebensweise zu erhalten war eines der Ziele, mit denen Ternera Gallega an den Start ging. Die Zuchtbedingungen der Tiere zu verbessern und für wirtschafliche Nachhaltigkeit zu sorgen war ein weiteres. Stand 2023 gehören circa 7000 Höfe der g.g.A. Ternera Gallega an. Die Anzahl der gehaltenen Mutterkühe pro Hof reicht von wenigen einzelnen Tieren bis hin zu Herden von ungefähr 70 Tieren. Die Haltung der Herden findet grundsätzlich im Freien statt. Bereits auf dem ersten Hof den wir besuchen, bekommen wir einen Eindruck über die großzügigen Platzverhältnisse, mit denen die Tiere hier aufwachsen dürfen. Wir stehen vor einer riesigen, leeren Weide. Leer deshalb, weil es wieder mal regnet und die Tiere Schutz unter den Bäumen am Rand der Weide gesucht haben. Die Kälber stehen dabei eng bei ihren Müttern; welch ein idyllisches Bild.





Wir fahren weiter durch die galicische Landschaft. Alles ist satt grün und leicht hügelig. Spanien hatte ich mir anders vorgestellt. Das hier erinnert mich mehr an die Eifel. Die saftigen grünen Weiden sind natürlich perfekt für die Viehzucht geeignet. Unser nächster Stopp erinnert uns dann wieder daran, warum wir hier sind. Wir verkaufen Fleisch und da gehört der Besuch des Schlachthauses natürlich dazu. Bei Novafrigsa bekommen wir einen Eindruck, wie Ternera Gallega geschlachtet wird, aber insbesondere auch, wie Zertifizierung und lückenlose Rückverfolgbarkeit funktionieren. Jedes Tier ist mit einem eindeutigen Code versehen und nur, wenn Code und Schlachtkörper zusammenpassen, bekommen die Tiere an vier verschiedenen Stellen das begehrte Ternera Gallega Siegel geheftet. Verantwortlich für die Zertifizierung sind die eigens von der g.g.A. angestellten Kontrolleure. Wir sind beeindruckt von der fast schon „deutschen“ Gründlichkeit.





Das anschließende gemeinsame Mittagessen verdeutlicht einmal mehr die kulinarische Bandbreite dieser Region aber auch die Gastfreundschaft seiner Bewohner. Natürlich steht auch hier wieder das Fleisch von Ternera Gallega im Mittelpunkt und wir haben ausreichend Zeit uns über das bisher Erlebte auszutauschen und unsere Gastgeber über die Besonderheiten der Region erzählen zu lassen. Bevor es zurück nach Santiago geht, steht noch der Besuch eines weiteren Bauernhofes von Ternera Gallega auf dem Programm. Auch hier werden wir sehr herzlich von gleich drei Generationen empfangen. Gute vierzehn Jahr verbringen die Mutterkühe auf diesem Hof, bis sie nach Ansicht des Bauern das richtige Alter haben, als „alte Kühe“ weiterverkauft zu werden. Wir hören aufmerksam zu. Hier findet sich mit Sicherheit das Potential für ein weiteres, spannendes Produkt.



Ternera Gallega und die Bedeutung für die Region Galicien


Auf der Rückfahrt nach Santiago dürfen wir noch einmal die Schönheit Galiciens – es hat sogar mal aufgehört, zu regnen – bewundern. Der Tag hat uns tief beeindruckt. Die Verbindung von traditioneller bäuerlicher Lebensweise mit einem modernen Vermarktungsprogramm für lückenlos kontrolliertes Fleisch ist für uns als Konzept vollkommen einleuchtend und die Qualität des Produktes über alle Zweifel erhaben.





Am Abend sind wir noch mit dem Präsidenten von Ternera Gallega, Jesús González Vázquez, zum Abendessen verabredet und die Themen Entwicklung des ländlichen Raums, Tiersiegel und artgerechte Haltung sorgen für einen spannenden Diskussionsabend. Was wir insbesondere während der letzten beiden Tage gelernt haben ist die Tatsache, dass Ternera Gallega sich als Teil der galicischen Gesellschaft begreift. Hier wird nicht nur (wirklich hervorragendes) Fleisch vermarktet, es geht darum die Lebensweise eine Region zu bewahren und die Region mit seiner Kultur und seinen Produkten als ganzes zu fördern. Wir sind der Meinung, dass es gerade die Unterstützung der Menschen füreinander ist, die in der Qualität der galicischen Produkte und somit natürlich auch ganz besonders im Fleisch von Ternera Gallega deutlich wird.



Mehr als Kalb...


Am Mittwoch sitzen Hendrik und ich im Taxi auf dem Weg zum Flughafen. Wir diskutieren darüber, wie wir Ternera Gallega jetzt eigentlich vermarkten wollen. Natürlich handelt es sich um Kalbfleisch, aber eigentlich ist es noch viel mehr. Das „galicische Jungrind“ – wir finden den Begriff eigentlich sehr passend – bildet in unseren Augen wirklich eine eigenständige Produktkategorie ab. Das Fleisch ist geschmacksintensiv und gleichzeitig unglaublich zart; höchste Qualität, die lückenlos zertifiziert wird und ein Produkt, das zum Erhalt einer Kulturregion und einer traditionellen Lebensweise beiträgt. Wir sind uns auf jeden Fall der Tatsache bewusst, hier ein ganz besonderes Produkt im Portfolio zu haben.

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